Autor: Karsten Stickeler

  • Gesundheitsversorgung im Kreis Euskirchen: Vorsorge statt Nachsorge

    Wie sichern wir eine wohnortnahe haus- und fachärztliche Versorgung im Kreis Euskirchen – nicht nur heute, sondern auch in den kommenden Jahren? Mit dieser Frage hat sich der Ausschuss für Gesundheit und Bevölkerungsschutz auf gemeinsamen Antrag der CDU- und SPD-Kreistagsfraktionen befasst.

    Aktuell noch vergleichsweise gut aufgestellt

    Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein stellte dem Ausschuss die aktuellen Versorgungsdaten und mögliche Handlungsansätze vor. Rund 125 Hausärztinnen und Hausärzte sind derzeit im Kreisgebiet tätig. Rechnerisch liegt der Versorgungsgrad kreisweit leicht über dem Soll. Diese Zahl sagt jedoch wenig darüber aus, wie die Situation vor Ort erlebt wird. Lange Wartezeiten, weite Wege und die ungleiche Verteilung von Praxen bleiben für viele Menschen spürbare Probleme.

    Der Generationenwechsel braucht frühzeitige Antworten

    Besondere Aufmerksamkeit verdient die Altersstruktur der Ärzteschaft. Viele Praxen werden in den kommenden Jahren eine Nachfolge benötigen. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen junger Medizinerinnen und Mediziner. Flexible Arbeitsmodelle, Kooperationen und eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewinnen an Bedeutung.

    Für die Entscheidung über einen Praxisstandort zählen zudem attraktive Lebensbedingungen: Kinderbetreuung, bezahlbarer Wohnraum, Infrastruktur, Kultur- und Freizeitangebote sowie berufliche Perspektiven für Partnerinnen und Partner. Damit können auch Kreis, Städte und Gemeinden einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung leisten.

    Vorsorge statt Nachsorge

    Für mich ist entscheidend: „Gesundheitsversorgung bedeutet Vorsorge statt Nachsorge.“ Gute statistische Werte dürfen uns nicht dazu verleiten, erkennbare Risiken zu unterschätzen. Wir müssen die Entwicklung gemeinsam mit den Erfahrungen der Menschen betrachten und rechtzeitig die Voraussetzungen schaffen, damit Haus- und Fachärzte auch künftig gern im Kreis Euskirchen arbeiten.

    Die weitere Entwicklung werde ich im Ausschuss aufmerksam begleiten. Eine erreichbare medizinische Versorgung gehört zu den zentralen Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge in unserem Flächenkreis.


    Der ausführliche Beitrag erschien zuerst bei der CDU-Kreistagsfraktion Euskirchen.

  • Förderschulcampus in Kuchenheim: Eine Entscheidung für bessere Bildungschancen

    Der Ausschuss für Bildung und Soziales hat am 18. November 2025 einstimmig empfohlen, die Planung eines gemeinsamen Campus für die beiden kreiseigenen Förderschulen am Standort der Matthias-Hagen-Schule in Euskirchen-Kuchenheim weiterzuverfolgen.

    Großer baulicher und pädagogischer Handlungsbedarf

    Sowohl die Matthias-Hagen-Schule als auch die Hans-Verbeek-Schule benötigen dringend eine langfristige Perspektive. Veraltete und teilweise geschädigte Gebäude, fehlende Barrierefreiheit, zu kleine Räume und steigende Schülerzahlen erschweren den Schulalltag. An der Hans-Verbeek-Schule müssen derzeit sogar mehrere Klassen in Containern unterrichtet werden.

    Gemeinsamer Campus mit modernen Lernräumen

    Die empfohlene Variante sieht moderne Neubauten für beide Schulen auf einem gemeinsamen Campus in Kuchenheim vor. Geplant sind zusätzliche Klassen- und Differenzierungsräume, zeitgemäße Fachräume, barrierefreie Gebäude und flexibel nutzbare Lernlandschaften. Gemeinsame Bereiche ermöglichen Synergien, während beide Schulen ihre jeweiligen pädagogischen Schwerpunkte behalten.

    Nach der Vorstudie verbindet diese Lösung die beste pädagogische Qualität mit vergleichsweise geringen Risiken. Mit geschätzten Baukosten von rund 56,5 Millionen Euro war sie zugleich die wirtschaftlichste der untersuchten Varianten. Im günstigsten Fall wurde eine Fertigstellung bis Ende 2030 in Aussicht gestellt.

    Ein starkes Signal für Kinder und Familien

    Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf brauchen Schulen, die Lernen ermöglichen und ihre Entwicklung bestmöglich unterstützen. Die einstimmige Empfehlung schafft eine Grundlage für bessere Bildungschancen, moderne sonderpädagogische Förderung und verlässliche Perspektiven für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Beschäftigte.

    Nun kommt es darauf an, die pädagogischen Anforderungen sorgfältig auszuarbeiten, Grundstücksfragen zu klären und die weiteren Planungsschritte zügig auf den Weg zu bringen.


    Der ausführliche Beitrag erschien zuerst bei der CDU-Kreistagsfraktion Euskirchen.